Der Sabbat ist der letzte Tag der Woche. Ein Tag, der Gott gehört. Ein Tag, der den Menschen befreit von den Dingen des Alltags und ihn erleben lässt, was er wirklich ist: ein spirituelles Geschöpf. Geist Der Sabbat – und damit auch die Woche – liegt im Gegensatz zu allen anderen menschlichen Zeiteinheiten nicht in der Bewegung der Sterne und Planeten begründet. Er ist keine physikalische, sondern eine geistliche Ordnung. Zeit Er ist nicht ein Ding, um das man sich streiten könnte. Er ist nicht ein Ort, zu dem man gehen müßte. Der Sabbat ist Zeit, die zu dir kommt. Unaufhaltbar. Unparteiisch. Nichts kann dich trennen vom Tag Gottes! Er umgibt dich! Anfang Die uralten heiligen Schriften der Hebräer berichten, dass der Rhythmus von sieben Tagen von Gott selbst bei der Erschaffung der Welt begründet wurde. Nach sechs Tagen, in alles Leben geschaffen wurde, macht Gott am siebten Tag etwas ganz besonderes: Er schafft den Sabbat. Sehnsucht Als Ha-Isch und Ha-Ischa - die ersten Menschen – am sechsten Tag zu leben begannen, fanden sie sich in einer wundervollen Umgebung wieder. Alles war für sie vorbereitet, alles war Schönheit und Frieden. Das fröhliche Wasser der Bäche, die Linien in der Hand des anderen, der sanfte Druck der Erde unter ihren Füßen. Sie staunten, aber sie fühlten sich geborgen. Nur eine Sehnsucht brannte unerfüllt in ihnen: den zu kennen, der das alles gemacht hatte. Aufhören Um der Sehnsucht des Menschen nachzukommen, schuf Gott am siebten Tag den Sabbat. Das althebräische Wort „schawat“ bedeutet „aufhören“, „beenden“. Gott beendete das Schaffen und nahm sich einen Tag Zeit. So entstand der Sabbat. Dieser Tag des Aufhörens stillte das Verlangen der Menschen nach der übernatürlichen Quelle ihres Seins. Drei Das Buch Genesis erzählt, dass Gott den Sabbat mit drei Gaben ausstattete: Menucha, Qiduscha und B‘racha. Menucha Gott ruhte am Sabbat. Die Ruhe, die zum Sabbat gehört, kommt nicht aus der Erschöpfung. Der Allmächtige selbst praktizierte Menucha. Sie besteht nicht darin,untätig sein. „Vollkommene Ruhe ist eine Kunst. Sie ist das Ergebnis eines Einklangs von Körper, Geist und Phantasie. Um einen Grad an Vollkommenheit in der Kunst zu erreichen, muß man sich ihrer Ordnung unterwerfen, muß man der Trägheit abschwören. [... Sie] besteht aus Einfühlsamkeit, Ausdruck der Freude und Suchen nach Ruhe.“ Abraham Heschel, Der Schabbat (S. 13) Qiduscha Gott heiligte den Sabbat. Er setzte ihn ab von den anderen Tagen und machte deutlich, dass er zur göttlichen Sphäre gehörig. In diese Heiligkeit geht man ein durch das Zelebrieren des Sabbats. Man wird Teil von ihr. „Sechs Tage der Woche kämpfen wir mit der Welt, ringen wir dem Boden seinen Ertrag ab; am Sabbat gilt unsere Sorge vor allem der Saat der Ewigkeit, die in unsere Seele gesenkt ist. Unsere Hände gehören der Welt, aber unsere Seele gehört einem anderen. Sechs Tage der Woche versuchen wir, die Welt zu beherrschen; am siebten Tag versuchen wir, das Selbst zu beherrschen.“ Abraham Heschel, Der Schabbat (S. 11) B‘racha Gott segnete den Sabbat. Der Segen Gottes, der seit Beginn dieser Welt auf dem siebten Tag ruht, gibt dem Sabbat Anteil an der göttlichen Kraft und Gnade. Der Mensch erfährt diesen Segen durch bewußten Eintritt in die Gegenwart Gottes. „Der Unterschied zwischen dem Sabbat und allen anderen Tagen liegt nicht in der materiellen Struktur der Dinge [...]. Die Dinge verändern sich nicht an diesem Tag. Der Unterschied besteht nur in der Dimension der Zeit, in der Beziehung des Universums zu Gott.“ Abraham Heschel, Der Schabbat (S. 20) Wie „Wer sich in das Heiligtum des Tages begeben will, muß zuerst den Lärm profaner Geschäfte, das Joch der Plackerei hinter sich lassen. Er muß sich von den kreischenden Dissonanzen der Tage freimachen, von der Nervosität und wilden Gier und von der Täuschung, mit der er Verrat am eigenen Leben übt. Er muß der Arbeit seiner Hände Lebewohl sagen und verstehen lernen, daß die Welt bereits erschaffen ist und ohne die Hilfe des Menschen weiterleben wird.“ Abraham Heschel, Der Schabbat (S. 11) Literatur Abraham Heschel, Der Schabbat: Seine Bedeutung für den heutigen Menschen (Berlin, JVB, 2001) Samuele Bacchiocchi, Deine Zeit ist meine Zeit: Der biblische Ruhetag als Chance für den modernen Menschen (Hamburg, Advent-Verlag, s.a.) www.sabbat.de, sabbat shabbat, Der siebte Tag, Der Tag Gottes, Der wahre Ruhetag, Ruhetag, Ruhe, Enstpannen, Loslassen, Feier, Gottesdienst, Gott, Glaube, Gemeinschaft, Adventisten glauben an die sieben Tage Schöpfung, Menucha, B´racha, Quatinta, Seele, Geist, Sieben, Anfang, Sehnsucht, Ein Heiligtum in der Zeit Eintreten